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23. November 2011

Wiener Kaffeehaus-Kultur in UNESCO-Liste aufgenommen

Anfang November ist die viel gerühmte Wiener Kaffeehaus-Kultur offiziell in die UNESCO-Liste des nationalen „immateriellen Kulturerbes“ Österreichs aufgenommen worden.

UNESCO-Listen immaterieller nationaler Kulturgüter
Derartige Listen immaterieller nationaler Kulturgüter verzeichnen seit 2003 insbesondere nicht-materielle Ausdrucksformen und Wissensbestände der Kulturen der Welt sowie die mit ihnen unmittelbar verbundenen kulturellen Objekte. Sie ergänzen dabei die seit den 1970er Jahren erstellten Listen des materiellen Kulturerbes der Menschheit, in welchen vornehmlich als besonders schützens- und erhaltenswert geltende historische Bauwerke oder Naturräume verzeichnet werden.

„Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“
Weltweit sind diese immateriellen Kulturzeugnisse in der renommierten UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ verzeichnet. Zu diesem besonderen Erbe gehören vor allem auch einzigartige Sprachen oder besondere Handwerkstechniken der verschiedenen Völker der Erde.

Ziel: Schutz immaterieller nationaler Kulturdenkmäler
Einmal im nationalen Verzeichnis eines Landes registriert, können diese immateriellen Kulturgüter von entsprechenden nationalen Fachkommissionen auch für die prestigeträchtige internationale UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ vorgeschlagen werden. Derzeit haben mehr als 100 Länder die entsprechenden Verträge zum Schutz immaterieller nationaler Kulturdenkmäler mit der UNESCO ratifiziert.

Immaterielle nationale Kulturerbe Österreichs
Zum immateriellen nationalen Kulturerbe der Republik Österreich gehören bereits die Reitkunsttraditionen der berühmten Spanischen Hofreitschule in Wien oder die Tradition des Märchenerzählens im Alpenraum. Und seit Kurzem findet sich nun also auch die traditionsreiche Wiener Kaffee-Kultur auf dieser besonderen UNESCO-Liste.

Die Wiener Kaffeehauskultur
Die Wiener Kaffeehauskultur stellt dabei einer der ältesten kulturellen Formen des Kaffeekonsums in Europa dar. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts begann sich in Wien, der Hauptstadt des Habsburger-Reiches, eine einzigartige Kultur des Kaffeegenusses zu entwickeln. Historisch ist ihre Entstehung vor allem durch die Nähe Österreichs zum Osmanischen Reich und den Handelsstädten Italiens zu erklären. Bald entwickelte die Wiener Kaffeehaus-Kultur jedoch ein ganz eigenes Gepräge, was sich vor allem in der Entwicklung zahlreicher regionaler Kaffee-Spezialitäten zeigte.

Besonderheiten der Wiener Kaffeehaus-Kultur
Zu den Besonderheiten der Wiener Kaffeehaus-Kultur gehören jedoch nicht nur berühmte österreichische Kaffee-Spezialitäten wie „Einspänner“, „Verlängerter“ oder „Melange“, sondern natürlich auch die spezielle Kommunikations- und Debattierfreude der Wiener Kaffeehäuser.